Mein Sternenkind - Gedanken einer verwaisten Mama 2 - Julia begleitet

„ICH WERDE IMMER DEINE MAMA SEIN, AUCH WENN DU, MEIN STERNENKIND, BEI DEN ENGELN WOHNST.“

Julia Burger

Vielleicht bist du persönlich betroffen und hast ein Sternenkind. Wahrscheinlich fehlen dir die Worte, um das Unbeschreibliche zu beschreiben.

Vielleicht bist du aber auch Passivbetroffene:r und du möchtest versuchen, dich in jemanden aus deinem Umfeld hineinzufühlen, der gerade sein:e Kind:er verloren hat.

Niedergeschriebene Gedanken und Gefühle anderer helfen uns manchmal dabei, das Unbeschreibliche zu beschreiben und Unbegreifliches begreiflich zu machen. So kann das geschriebene Wort auch eine Stütze im Erleben und Verarbeiten eines Verlustes während oder nach einer Schwangerschaft (durch beispielsweise eine Fehlgeburt bzw. eine kleine Geburt, eine stille Geburt oder den plötzlichen Kindstod) sein.

MEINE PERSÖNLICHEN GEDANKEN UND GEFÜHLE NACH DEM VERLUST MEINER ERSTEN TOCHTER

Ich habe meine Gedanken und Gefühle nach dem Verlust meines Sternenkindes Isabella aufgeschrieben. Vielleicht mögen meine Worte deinen Gefühlen Ausdruck verleihen und vielleicht sind sie dir dadurch eine kleine Hilfe, um zu verstehen, was gerade in dir vorgeht.

… Fortsetzung

nach langer tiefer Dunkelheit erreicht mich ein einzelner zarter Sonnenstrahl am Abgrund meiner Hölle

„Und dann passiert etwas. Ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber nach langer tiefer Dunkelheit erreicht mich ein einzelner zarter Sonnenstrahl am Abgrund meiner Hölle. Und ich könnte schwören, dass es dein unverkennbares Lachen ist, mein Sternenkind, das durch den Nebel dumpf zu mir durchdringt. Ein leiser Hauch an Hoffnung. Ich strecke mich dem Licht entgegen, sauge die wohltuende Wärme förmlich in mich auf, habe derweil dein Lachen in meinen Ohren und in meinem Herzen.

Meine Glieder sind von meiner langen Bewegungsunfähigkeit steif und taub und schmerzen bei jeder Bewegung. Aber auch, wenn es mich unendlich viel Kraft kostet, raffe ich mich auf. Das Gehen habe ich inzwischen verlernt, aber dieser sachte Hoffnungsschimmer, dieses Licht in meiner Dunkelheit, treibt mich an.

Sie halten mich so fest, dass ich mich selbst wieder zu spüren beginne

Wie in Watte gehüllt bemerke ich, dass wohlwollende und liebevolle Hände sich durch den Nebel, der mich umgibt, zu mir durchkämpfen. Sie fangen meinen strauchelnden Körper auf, greifen mir unter die Arme und halten mich. Diese Hände halten mich so fest, dass ich mich selbst wieder zu spüren beginne. Und sie ermutigen mich, nicht aufzugeben und das Laufen neu zu lernen.

Neben ihren stützenden Händen, sind es die Erinnerungen an dich, mein Sternenkind, die mich im Taumeln weitergehen lassen. Und so steige ich mühsam jede einzelne Stufe aus der Hölle hinauf. Nicht ohne auf meinem Weg auch immer wieder in völliger Verzweiflung und im Schmerz ein paar Stufen hinabgezogen zu werden. Aber Schritt für Schritt schaffe ich es und kämpfe mich empor.

Erinnerungen, Schmerz und Trauer sind noch immer präsent in dieser neuen Wirklichkeit, jedoch ohne mich völlig zu zerreißen

Nun bin ich angekommen im Licht, ich bin meiner Hölle entkommen, habe die Dunkelheit bezwungen. Erinnerungen, Schmerz und Trauer sind noch immer präsent in dieser neuen Wirklichkeit, jedoch ohne mich völlig zu zerreißen. Sie sind ein Teil von mir geworden und sie dürfen mich auf meinem Weg begleiten.

Nun kann ich sagen: Diese Reise aus der Hölle heraus und zurück zu mir war hart. Unendlich schmerzhaft. Oft habe ich vor lauter Dunkelheit nicht mehr sehen können. Diese Dunkelheit ist nun gewichen – ich sehe wieder Licht in meinem Leben. So viel Licht.

Du bist mein Licht

Und ich sehe dich! In jedem Regenbogen, dem vorbeiziehenden Schmetterling, in der Wolke, die so weich aussieht und in die du dich bestimmt hineinschmiegst. Ich sehe dich in jedem neuen Sonnenaufgang und spüre dich durch seine Sonnenstrahlen, die zart meine Haut wärmen. Und ich sehe, wie du meinem Leben einen neuen Sinn gibst, es so sehr bereicherst, weil ich durch dich klarer sehen kann, mein Sternenkind. Du bist mein Licht. Isabella, durch dich bin ich!“

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